Wie ist es, in die Rolle Annas von Kyburg zu schlüpfen? – Vier Fragen an Schauspielerin Natalie Zaugg

Während des Frauenjahrs finden szenische Führungen durch speziell ausgebildete Museumsführerinnen auf Schloss Habsburg statt. Für Auftritte Annas von Kyburg im Rahmen von Spezialanlässen konnte die Schauspielerin Natalie Zaugg aus Zürich gewonnen werden. Die junge rothaarige Frau ist zur Zeit in Ausbildung an der Stage Art Musical & Theatre School und freute sich, Teil des speziellen und spannenden Projekts zu sein. Wir stellten ihr vier Fragen zu ihrer Rolle als Anna von Kyburg und das Thema Verwandtschaftsbeziehungen und Heiraten.

 

Wie bist du vorgegangen beim Einstudieren der Rolle?

„Neben den vom Museum Aargau erhaltenen Unterlagen, habe ich im Internet nach unterschiedlichen Quellen gesucht – leider ohne grossen Erfolg. Also habe ich mir wissenschaftliche Arbeiten über adelige Frauen im europäischen Mittelalter besorgt. Auch habe ich die Gemälde aus dieser Epoche studiert, um einen Eindruck über die Körperhaltung und Gesten zu bekommen.“

 

Gibt es Ähnlichkeiten zwischen dir und Anna von Kyburg?

„Leider kaum. Die äusseren Faktoren wie der gesellschaftliche Stand, der Alltag oder die Lebensaufgabe gleichen sich nicht. Weil zu ihren Charaktereigenschaften nichts bekannt ist, kann ich keinen Vergleich herstellen. Aber es wäre äusserst spannend, mit ihr Tee zu trinken und Parallelen herauszufinden.“

 

Wie sieht dein verwandtschaftliches Umfeld aus?

„Unsere Familie ist gross und auch etwas verzettelt: zwei Halbgeschwister, drei Onkel und drei Tanten, elf Cousins/Cousinen mit Kindern und weitere fernere Verwandte… Die einen sieht man oft, andere sehr selten.“

 

Wie stehst du persönlich zum Thema Heiraten?

„Ich bin sehr froh, Heirat als mögliche Option und nicht als Zwang zu erleben. In unserer Gesellschaft stehen uns hunderte Wege offen. Nicht nur als Ehefrau mit Heirat und Familie, als Nonne im Kloster oder als Sünderin/Verstossene ohne festen Platz. Ich freue mich darauf aus Liebe zu heiraten und dass ich den Mann für den Rest meines Lebens selbst aussuchen kann.“

Das Schicksal von Anna von Kyburg, das im Frauenjahr auf Schloss Habsburg vorgestellt wird ist eines von sechs Frauengeschichten, die an den Standorten des Museum Aargau erzählt werden. Im ersten Teil berichteten wir in unserem Blog von Guta von Bachenstein, der ehemaligen Äbtissin des Kloster Königsfeldens und was es gestern und heute bedeutet, berufen zu sein. Als nächstes erwartet Sie die beeindruckende Lebensgeschichte der einstigen Wildegger Schlossherrin Julie von Effinger.

 

Johanna Schmucki, Kulturanthropologin, Assistentin Marketing