Wenn Legionäre kämpfen – Rückblick auf das römische Heerlager

Das römische Heerlager vom 13. und 14. Juli 2013 war ein voller Erfolg und hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Es waren über 1700 Besucher gekommen, die bei dem informativen und actiongeladenen Programm der Hitze und Sonne trotzten. Der Eisverkauf war dementsprechend auch auf Rekordniveau! Den anspruchsvollen Zeitplan der einzelnen Aufführungen und Aktivitäten konnten wir im Blick behalten und von unangenehmen Überraschungen blieben wir zum Glück verschont. Wir blicken mit viel Freude auf die intensiven Tage zurück…

 

Legionäre

Legionäre

 

 

Kampf der keltischen Reiter

Eines der Highlights waren die keltischen Reiter, die eine sehr eindrucksvolle Show zeigten. Sie bewarfen im Ritt einen Trupp von Legionären, die sich kaum hinter ihren Schilden hervortrauen konnten, und zerschlugen genauso zu Ross mit ihren scharfen Schwertern Kohlköpfe. Von den Legionärseinheiten und Hilfssoldaten aus sieben Jahrhunderten erfuhren die Besucher die Unterschiede in Bewaffnung und Verdienst und konnten die Militärgeschichte im direkten Vergleich selbst studieren.

 

Ritt zur Schlacht

Ritt zur Schlacht

 

Schlacht gegen die Germanen und kleine Legionäre

In der Schlacht gegen die Germanen zeigte sich der Vorteil der römischen Kampfweise in Formation und das erschreckende Element der Barbaren, mit dröhnender Carnyx, dem Schlachthorn, und Kriegsgeschrei auf die Feinde loszudonnern. Über 200 Kinder liessen sich zudem zu Legionären ausbilden und bewiesen ihre Tapferkeit als sie den Pila, den römischen Speeren, Stand halten mussten.

 

Klein übt sich

Klein übt sich

 

Schlachtplan

Was steckt hinter dem spektakulären Auftritt? Für die Schlacht gibt es immer einen Schlachtplan, auch wer gewinnt steht im vornherein fest. Dabei wird aber immer wieder abgewechselt, so dass sich jeder mal freuen kann und die Teilnehmer wissen, ob sie nun eher fallen oder verwundet weiterkämpfen müssen. Es gibt also eine kleine Choreographie, aber die Energie, die beim gegenseitigen Aufprall der feindlichen Gruppen freigesetzt wird, ist echt.

 

Angriff zur Schlacht

Angriff zur Schlacht

 

Ein „Capsarius“ für die Verletzten

Die Teilnehmenden mussten sich und die anderen während der Schlacht im Getümmel schützen, aber eine Muskelzerrung am Bein, eine Schnittwunde in der Hand und eine blutige Nase gab es dann doch ziemlich schnell. Gut, dass wir auch einen römischen Sanitäter, einen Capsarius, zur Hand hatten, der Verletzte auf dem Feld versorgen konnte.

Das Lazarett stand allen Besuchern zur Besichtigung offen und ein Capsarius erklärte die römische Medizin und ihre Möglichkeiten. Mit seiner Familie schlug er sein eigenes Schlaflager neben dem Feldlazarett auf und war so in der Nähe des Schlachtfeldes.

 

Römische Medizin

Römische Medizin

 

Lazarett und archäologische Führungen

Was mit verletzten oder kranken Legionären geschah, konnte man im Lazarett, der neuen Station des Legionärspfads, hautnah mitverfolgen. Ein Erfolg waren auch die Führungen zur aktuellen Ausgrabung in Windisch, welche von den Mitarbeitern der Kantonsarchäologie Aargau durchgeführt wurden.

 

Die „echten Römer“ fühlten sich wohl

Die Reenactment-Gruppen erwähnten immer wieder positiv die familiäre Atmosphäre auf dem Legionärspfad und waren als „professionelle Römer“ von den Contubernia, den originalgetreu nachgebauten Unterkünften der Legionäre, und den neuen Lazarett-Zelten begeistert. So eine authentische Kulisse gibt es eben kein zweites Mal!

 

Wir danken allen Beteiligten herzlich für das Mitwirken am guten Gelingen des Anlasses und freuen uns schon auf ein nächstes Mal!

 

P.S. Weitere Bilder gibt es auf Facebook.

 

P.P.S. Wir freuen uns auch über Kommentare zum Blog und zu weiteren Eindrücken zum Rückblick auf das Heerlager, Links zu den Reenactment-Gruppen, Hinweise, etc.

 

Pause nach dem Kampf

Pause nach dem Kampf

 

Rahel Göldi, Leiterin Legionärspfad, Carsten Stark, Geschichtsvermittler Legionärspfad