Freiwillig engagiert – Inmitten von Porzellan

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch bin Eva Štempelová, 28 Jahre alt, Masterstudentin der Mediävistik, Bibliothekarin und ich liebe Schlösser. Heute stehe ich im Dienste der Porzellansammlung der Familie Effinger von Wildegg.

 

Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

Seit ich mit 6 Jahren zum ersten Mal mit meinen Eltern auf einem Schloss war, bin ich von Schlössern begeistert. Leute, die mich kennen, wissen das. So kam es, dass mir vor einigen Jahren eine Kommilitonin vom Freiwilligenprogramm des Museum Aargau erzählt hat. Ich wusste zuerst nicht, ob ich eintreten könnte, da ich in Kloten und nicht im Aargau wohne. Daher habe ich fast darum gebettelt, mitmachen zu dürfen – und nun bin ich schon im dritten Jahr dabei. Für mich ging damit ein Kindheitstraum in Erfüllung.

 

Als Gastgeberin im Schloss und vor dem Computer

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei einem typischen Einsatz begrüsse ich als Gastgeberin Besucher und Besucherinnen im neuen Esszimmer auf Schloss Wildegg. Bereits vor 200 Jahren war dieses Zimmer für Gäste bestimmt. Wir haben verschiedenes Anschauungsmaterial und die heutigen Gäste dürfen Porzellan aus dem 18. Jahrhundert berühren. Ich erzähle unter anderem Wissenswertes zum ausgestellten Meissner Porzellan der Familie Effinger und mache Kinder auf die Bilder und Motive aufmerksam, die darauf zu sehen sind. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die Überlieferung, dass das kostbare festliche Porzellan offenbar zeitweise von der Schlossherrin höchstpersönlich abgewaschen wurde, und nicht von den Mägden. Dieses Jahr habe ich persönlich viel recherchiert und ein Dossier mit Hintergrundinformationen zum Porzellan für unser Angebot zusammengestellt.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn die Vergangenheit reisen

Mich persönlich macht es sehr glücklich, wenn ich Geschichte vermitteln und dabei vielleicht sogar Menschen inspirieren kann. Ich versetze mich gerne zurück in die Zeit um 1800 und nehme Besucherinnen und Besucher mit auf diese Zeitreise.

Wenn man etwas freiwillig macht, dann merkt man auch erst richtig, was man gerne macht. Ausserdem ist es schön, dass ich bei meinen Einsätzen Leute treffe, die die gleichen Interessen haben wie ich und mit denen ich mich austauschen kann.

Ich stelle mir selbst oft vor, wie es wohl ausgesehen hat, als die Kerzen gebrannt und die Leute mit einer Tasse Tee zu Tisch gesessen haben.

 

Ein wichtiger Aspekt ist für mich der Kontakt mit Menschen. Ein Besucher hat mal zu mir gesagt: „Bleiben Sie wie sie sind“. Das war eine sehr schöne Begegnung!

 

Im Freiwilligenprogramm Museum Aargau beteiligen sich jährlich über 85 Freiwillige in den unterschiedlichsten Bereichen – vom Einsatz im Schlosshof bis zur Recherche im Archiv. Möchten Sie auch dabei sein? Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite: www.museumaarga.ch