Die Kreuzritter kehren zurück

Ankunft der Vorhut

Ankunft der Vorhut

Gestern traf die Vorhut der kreuzritterlichen Gefolgschaft bereits im Schloss Lenzburg ein. Bald werden über 60 historische Darsteller den Schlosshof bevölkern. Die Sommerveranstaltung vom Freitag bis Sonntag, 2. bis 4. August gibt einen lebendigen Einblick in die Thematik der Kreuzzüge.

 

Vor 850 Jahren

Die dargestellte Zeit liegt rund 850 Jahre zurück und fällt in die Epoche des Hochmittelalters nach dem Ende des zweiten Kreuzzugs Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Lenzburg war im Besitz der Grafen von Lenzburg. Die Atmosphäre auf der Lenzburg wird eindrücklich und einmalig. Doch wer war Graf Ulrich IV. von Lenzburg?

 

 

 

Kreuzritter

Kreuzritter

Ein Vertrauter des Königs

Graf Ulrich IV. von Lenzburg war ein enger Vertrauter des römisch-deutschen Königs Konrad III. und hielt sich regelmässig an dessen Hof auf. Bei mehreren wichtigen Rechtsgeschäften tritt Ulrich als Zeuge auf. Aufgrund der Quellenlage darf man annehmen, dass Ulrich IV. mit König Konrad III. am zweiten Kreuzzug teilgenommen hat. Die deutschen Truppen unter Konrad III. erlitten in den Gefechten schwere Verluste und hatten mit Erschöpfung und Seuchen zu kämpfen. Wie Ulrich den Kreuzzug erlebte, ist uns natürlich nicht bekannt. Es wird dargestellt, wie sich die Rückkehr von Ulrich IV. auf seine Burg mit einem Tross des Kreuzritterheeres abgespielt haben könnte.

 

Vor den Schlosstoren

Vor den Schlosstoren

Hochmittelalter live

Wer sind die Darsteller? Die Comthurey Alpinum ist eine Reenactment-Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein hochmittelalterliches Hospitaliter-Heerlager mit weltlichem Gefolge möglichst detail- und originaltreu darzustellen. Dabei orientieren sich die Darsteller an Grabungsfunden, Handschriften und Fachliteratur. Die Gruppe befasst sich also mit der Zeit, in der Ulrich IV. von Lenzburg lebte und wirkte. Die zeitliche und inhaltliche Ausrichtung der Comthurey Alpinum bildete die ideale Voraussetzung für eine Zusammenarbeit mit dem Museum Aargau.

 

„Echte“ Operationen und Pferde

Graf Ulrich kehrt nicht allein zurück – mit im Gefolge sind weitere Kreuzritter und Ordensbrüder der Hospitaliter, die sich um das Seelenheil der Schwachen und Kranken kümmern. Ärzte und Chirurgen sorgen sich um die Verwundeten.

 

Zutaten für eine Mahlzeit

Zutaten für eine Mahlzeit

Besonders gespannt bin ich auf die kommentierten Vorführungen von Operationen, die Präsentation von medizinischen Geräten und die Zubereitung der Arzneien. Zudem wird der Burghof von einer Vielzahl von Handwerkern belebt, die damals benötigte Kriegs- und Alltagsgegenstände herstellen. Ein besonderer Höhepunkt ist der Einzug von Ulrich IV. hoch zu Ross.
Leporello Programm

 

Hinter den Kulissen

In den kommenden Tagen vor dem Anlass planen die Comthurey Alpinum und die weiteren anwesenden Reenactment-Gruppen zusammen mit dem Museum Aargau detailliert die verschiedenen Bauten im Schlosshof: das Hospital, die Zelte für die Adeligen, die Handwerkerstände, die Stallungen für Ulrichs Pferde und die Küche.

 

Die Museumsmitarbeitenden bereiten sich intensiv auf ihre Einsätze vor: Parkplätze, Busbetriebe, Kassen, Verpflegungsmöglichkeiten und der Museumsbetrieb müssen für den grossen Anlass gerüstet sein. 

 

Facebook IconGrosser Foto-Wettbewerb

Dann noch etwas zum Schluss: es wird ein grosser Foto-Wettbewerb an den Erlebnistagen geben. Die Besucherinnen und Besucher sollen ihre Lieblingssujets von den historischen Darstellern fotografieren und einsenden. Über Facebook wird abgestimmt. Das Foto mit den meisten „Gefällt-mir-Stimmen“ gewinnt eine Schlossführung für bis zu 20 Personen.

 

Wir freuen uns auf Euch! Bis bald im Schloss Lenzburg!

 

Thomas Rorato, stv. Direktor Museum Aaargau, Leiter Ausstellungen/Veranstaltungen